Ein Hinterhalt

Außerhalb von Punin

Wir planen das Treffen mit Reochaid eine halbe Tagesreise außerhalb von Punin. In der Gewissenheit, dass es einen Hinterhalt geben wird, entscheiden wir uns dafür, dass es unser Hinterhalt sein soll. Wir heuern zwei Söldner in einer Taverne an. Die beiden, Karon Ilgur und Dana Dinkelkorn, sind auf Durchreise, haben keine Verbindungen in die Puniner Unterwelt und zeigen sich moralisch flexibel und kampferfahren genug zu gleich. Eine Dreiviertelstunde vor der ausgemachten Zeit kommen wir in dem Wäldchen an. Diese Zeit nutzen wir, um die Pferde auf der andere Seite des Wäldchens zu verstecken und uns selbst in Position zu bringen. Voila, ein Hinterhalt.

Reochaid kommt wenig später an, in Begleitung von zwei Männern, ein hünenhafter Thorwaler mit Zweihandstreitaxt, ein Jüngling mit Schwert und zwei Frauen, ebenfalls bewaffnet. Helme ist wie zuvor besprochen unser Wortführer und tritt Reochaid auf der Straße entgegen. Die beiden unterhalten sich eine Weile, in der Helme vorgibt, den Stein gegen Geld tauschen zu wollen. Dann endlich gibt er das Signal für unseren Einsatz.

Ich hatte vorgesorgt, mich gerüstet und einen Armatrutz obendrauf zum Schutze gezaubert. Daher stelle ich mich dem Thorwaler und Jüngling entgegen, um den anderen Zeit mit Reochaid zu kaufen. Der Teil klappt auch gut, Helme und Navadanion schlagen Reochaid gekonnt nieder. Weniger gut klappt sich gegen den Thorwaler zu verteidigen. Ein um das andere Mal rüttelt mich ein mächtigen Hieb durch - ohne magische Barriere hätte es mich hier sicher erwischt. Auch der Thorwaler fällt, als Helme von der Seite dazu kommt.

Die übrigen Begleiter Reochaids erkennen, dass sich der Kampf zu unseren Gunsten entscheidet, und ergeben sich. Nur der Jüngling versucht in den Wald zu fliehen. Ich gehe hinterher und stelle ihn schließlich. Wir sammeln alle ein. Navadanion versorgt Reochaids Wunde. Helme befragt die Gefangenen und wir erfahren, dass Reochaid für Blutalrik arbeitet, den König der Puniner Unterwelt. Reochaid sollte den Stein aufbewahren und würde dann kontaktiert. Seine Auftraggeberin ist vermutlich Sylna Niamhin, wie sich später im Gespräch herausstellt, Diener des Namenlosen und Magd auf Burg Silz - wir müssen Naheniel warnen! Wir lassen den Rest der Gruppe laufen, teilen die Beute mit den Söldner und machen uns auf den Weg Reochaid im Praiostempel abzugeben - da er vorgibt, vom Namenlosen abschwören zu wollen.

Am Gibborn-Temple geben wir unsere Geschichte zum besten, jedoch leugnet Reochaid nun hartnäckig alles und beschuldigt uns des Überfalls und der Lüge. Sei es drum, wir lassen ihn da und geben der Praioskirche einen ausführlichen Bericht. Hoffentlich tun die Geweihten ihre Arbeit und kümmern sich um den Namenlosen Diener. Ich merke mir Reochaids Verhalten.. sollten wir uns in der Wildnis wieder begegnen, wird er nach den dort geltenden Gesetzen gerichtet. Die Natur gibt keine zweite Chance.

Zurück in Punin

Auf dem Rückweg geben wir die Pferde in der Unterstadt ab, die wir Reochaids Gruppe abgenommen hatten. Mit schönem Gruß an Blutalrik. Ob das so schlau war, muss sich dann erst noch zeigen.

Wir fragen eine Audienz bei der Baronin Yanis di Rastino an und haben Glück. Wenig später sitzen wir zusammen mit ihr im Kristallsaal ihrer Residenz. Dort bitten wir sie einen Brief an die Gräfin von Quellentanz zu schicken. Sie stimmt zu, nicht ohne zu erwähnen, dass sie das ja kürzlich erst getan hat. Sie informiert uns weiterhin, dass der Besitzer der Harfe sehr auf Diskretion bedacht ist und eine verdeckt operierende, militärische Einheit zum Transport der Harfe angeheuert hatte. Viel über diese Einheit oder den Besitzer weiß sie sonst nicht.

Aktuell befindet sich die Harfe bei Rhodenio Faysharan, Magister Magnus und Analysemagier an der Akademie der Hohen Magie. Der Magister ist für Geld nicht käuflich und sein einziges bekanntes Laster ist, dass er gerne trinkt. Bevor trinkt er im “Löwe und Einhorn”, das kenne ich. Auf den Fakt der angeblichen Unkäuflichkeit angesprochen, sagt die Baronin nur trocken: “schon versucht”. Wir berichten ihr von unserem Ausflug in die Unterwelt, bedanken uns für die Neuigkeiten und verlassen sie. Im Hotel angekommen planen wir unser weiteres Vorgehen.