Aventurische Quellen

Aus der Weidschen Märchensammlung des Weldmar von Arpitz (derweil erzählt von Emmeran):

Als es aber anfing zu regnen, suchte das arme Bäuerlein Schutz in einer alten Burg. Die hieß Acheburg, da ein jeder, der sie sah, sagte: “Ach, ist das aber dunkel hier.”

Und wie das arme Bäuerlein so klagte, dass ihm kalt sei und es sich im Dunkeln fürchte, kam ein Rittersmann - schwuppdiwupp - herbei. Der war schon so lange hier im Dunkel, dass seine Rüstung schwarz war und seine Zähne klapperten. “Höre Bäuerlein, dir soll geholfen sein”, sprach der Rittersman. “Lass mich nur meinen Umhang um dich legen und alle Kälte und alle Angst vor dem Dunkel soll für immer verschwinden.”

Frohgemut folgte das arme Bäuerlein dem Vorschlag und der Rittersmann kam ganz nah an ihn heran, warf seinen Umhang über ihn. Bald verschwand alle Kälte und auch das Dunkel erschien viel heller. Kurz vor Sonnenaufgang brach das arme Bäuerlein wieder auf, doch vorher warnte ihn der Rittersmann: “Gib Acht! Regen, Kälte und Dunkelheit werden dich künftig verschonen, doch das Licht der Sonne musst du meiden. Auch musst du künftig mit anderen deinen Umhang teilen, sonst bist du in Bälde wieder in der Nacht verloren.”

Und das arme Bäuerlein merkte es sich gut und tat, wie ihm geheißen.

Vom Schrecken der Acheburg, Weidsche Volkssage (bekannt für Emmeran):

So begab es sich, dass Wohlgeboren Walmir von Riebeshoff, Edler zu Greifenfurt und Sonnenobrist der Praiosgarde, vor nunmehr fast 700 Praiosläufen während der Schlacht um die Acheburg zu Tode kam. Nun - ganz ist dies nicht richtig ausgedrückt, fand man ihn doch erst Tage nach der Schlacht in einem Erlengebüsch und erst nach Wochen im Siechtum verstarb er unter dunklen Umständen. Seit diesen Tagen geht ein Schrecken in der Acheburg um — und jeder Reisende sei gewarnt, einen großen Bogen sollte er um die Burg machen! Manch unbedachter Wandergesell, der sich Schutz vor den Wölfen in dem Gemäuer versprach, ward nie wieder gesehen…

Aus der Lehre der edlen Steine (bekannt für Wolfhart):

Vom Rubin, der auch Almadin geheißen: Er ist der Stein des Ingerimm, in ihm findet sich die Kraft des Feuers. Mit ihm kann man die Flammen beherrschen, er kann aber auch den lodernden Zorn in der Brust eines Kriegers wecken. Mit den Zeichen des Ingerimm und des Phex versehen, hat er die Macht, Verborgenes aufzudecken, und die Gabe, einen zu Schätzen zu geleiten. Unter seinem Einfluß vermag der Kundige, mächtige Klingen zu schmieden. Man wirkt mit ihm Flammen- und Feuerzauber. Dem Kranken schenkt er Stärke und frischen Mut. Er stärkt das Herz und reinigt das Blut von schädlichen Säften.

Das Schwarze Buch, Liturgie und Mythologie der Boronkirche, etwa 500 vor BF (bekannt für Cordovan):

Auf Pailos, der Insel im Meer des Westens, war Rohafan, Fürst über Stadt und Land. Rohafan war gierig und unersättlich, das Blut seiner Unternahmen nahm er und gab es dem Namenlosen, dem finsteren Gesell’. Als der Erzvampir alle Kinder von BORons Bruder PRAios unrechtmäßig durch das Feuer in das Totenrich sandte, grollte ihm der Götterfürst und wollte ihn und die Seinen richten. Doch BORon erkannte Etilia, die Frau des Frevlers, und nahm sie in seine Arme. Ihm gebar sie Marbo, Tochter des Boron und die Milde des Reichs hinter Uthars Pforte. Da noch viele waren wie Rohafan und Blut tranken, nahm sich Marbo ihrer an und lehrte sie die Kinder der Nacht zu werden, Hüter über den Schlaf der Menschen, sie wurden zu BORons Paladinen. Die anderen Vampire jedoch, die dem Namenlosen dienen, sind BORon ein Gereul, denn sie rauben den Menschen Leben und Tod.

Tulamidische Sage (bekannt für Rashid):

Einst beging Mada, die sanfte Tochter des Feqz, einen großen Frevel. Um diesen zu sühnen, versprach sie ihrem Vater, fortan jede Nacht am Firmament für ihn den Schleiertanz zu tanzen. Von ihren neun Sternenschleiern wirft sie in jedem Äon einen fort – und wo er auf Dere niederfällt, da beginnt ein Zeitalter der Macht und der Magie, und Völker, die sich im Zeichen des Sternenschleiers erheben, bringen ungeahnte Zauberkunst hervor. Der dritte Schleier aber fiel im Tulamindenreich hernieder, gewährte den Diamantenen Sultanen ihren Sieg über die Mogule vom Gadang und begründete ihre ruhmreiche Herrschaft. Noch heute ist das Land der Kinder Tulams mit der Kraft gesegnet und bringt die kunstreichsten Zauberer hervor.

Aus den Liedern der Firnelfen (erzählt von Liasanya):

Bhardonas verdorbenster und seltenster Fluch sind die feylamia’a, die Täuscherelfen. Als Kinder der Begehrensbringerin wollen sie. Sie wollen sein, was sie nicht sind. Sie jagen uns und verschlingen das fey, als konnte sie das selbst fey werden lassen. Schlimmer noch, sie tragen die Gestalten derer, die ihnen zum Opfer fielen, und schleichen sich ein in die Dörfer und Zelte, die Schneehöhlen und Kristallpaläste. Lange treiben sie dann ihr böses Spiel mit denen, die das Wesen liebten, das sie vorgeben zu sein. Sie laben sich und legen den Geist in Fesseln, wollen Gedanken und Träume besitzen. Speer und Bogen kümmern sie nicht, wenn man sie aufspürt. Und doch kann man sie besiegen, denn das Licht des Mondes bannt sie, die Tränen der Sterne schmerzen sie und und Linien aus dem Staub des weißen Farbsteins vermögen sie nicht zu überschreiten. Der älteste feylamia aber ist Arantalwa lässt-Himmel-kreischenMadayas ungebetener Gast, der das Licht selbst begehrt.